Verbindliche Rahmenbedingungen

Vorbereitende Lehrer_innenfortbildung (ca. drei Stunden)

Eine Voraussetzung für die Aufstellung der Ausstellung an einer Grundschule soll die Durchführung einer Fortbildung zum Thema „Sexueller Missbrauch – Möglichkeiten und Grenzen der Prävention“ sein. Hier nimmt im Idealfall das gesamte Kollegium teil, zumindest aber jene Lehrkräfte, die mit ihren Klassen die Ausstellung besuchen. Die Fortbildung informiert über den Aufbau und die Ziele der Ausstellung, über mögliche Signale und Folgen von sexuellem Missbrauch, Täter_innenstrategien, rechtliche Fragen und über Anlauf- und Beratungsstellen. Sie sollte zugleich die Sicherheit der Lehrkräfte im Umgang mit dem Themenkomplex erhöhen und ihnen pädagogische Möglichkeiten der Bearbeitung im Unterricht aufzeigen.


Auftaktveranstaltung (optional)

Die Schulen werden angeregt, eine Auftaktveranstaltung zu geben. Hier können Vertreter_innen der Presse und Politik sowie die regionale Prominenz eingeladen werden. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit ist es unerlässlich, über das Thema und positive Prävention zu informieren. Die Auftaktveranstaltung bietet weiterhin ein Forum für Professionelle und Interessierte.


Elternabend

Da Prävention nicht ohne die Mitwirkung von Erwachsenen greift, ist es wichtig, auch die Eltern einzubinden. Der Elternabend dient dazu, die Eltern realistisch zu informieren, eventuelle Ängste abzubauen und ihnen die Präventionsbausteine zu vermitteln. Idealerweise sollte der Elternabend in Zusammenarbeit mit einer örtlichen Beratungsstelle (Kinderschutzzentrum, Frauennotruf, Wildwasser,…) erfolgen, da durch ihre Präsenz mögliche Hemmschwellen bei der Kontaktaufnahme abgebaut werden können. Den Eltern sollte vermittelt werden, wie sie die Bausteine der Ausstellung im Erziehungsalltag einbinden/unterstützen können.
Am Elternabend findet ein gemeinsamer Besuch der Ausstellung von Eltern und durch den Elternabend führender Fachkraft statt. Die Eltern haben so die Chance, die Ausstellung ebenfalls kennenzulernen, Unsicherheiten direkt zu äußern und sich vor Ort, aber auch mit ihren Kinder über Ausstellungsinhalte auszutauschen.


Kontaktaufnahme zur örtlichen Beratungsstelle

Eine weitere Bedingung für die Ausstellung ist, dass die Klassen, die die Ausstellung besuchen, von einer Lehrkraft begleitet werden, welche die Kinder kennen. Gerade Lehrerkräfte von Grundschulkindern haben eine wichtige Vertrauensposition und können eine bedeutende Rolle bei der Prävention von sexuellem Missbrauch übernehmen.

Erfahrungsgemäß sind Kinder im Anschluss an Präventionsmaßnahmen oder entsprechenden Aktionen (Theater etc.) – wie es die Ausstellung darstellt – ermutigt, über eigene Missbrauchserfahrungen oder die von Freund_innen zu berichten. Daher ist es im Rahmen der Ausstellung unerlässlich, dass betroffene Kinder vor Ort auf Bezugspersonen treffen, die ihnen angemessene Hilfe anbieten können, wenn sie in bedrängten Situationen oder Opfer von sexuellen Grenzverletzungen sind. Wir binden diese Verantwortung an die Institution Schule, in Kooperation mit Beratungsstellen und Trägern der Jugendhilfe geeignete Hilfen bereitzustellen. Aus diesem Grund ist die vorherige Kontaktaufnahme zu einer örtlichen Beratungsstelle bindend. Während der Ausstellung werden weitergehende Angebote über Notfallkarten, Plakate und Flyer bekannt gemacht.

 

© PETZE-Institut
Hochschule Merseburg

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